Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DEGÖB-Tagung 2019

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Die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften in der ökonomischen Bildung als Instrument und Gegenstand von Innovationsprozessen
M. Koch

Gebäude: Seminarraumgebäude 1
Raum: Raum 2.008
Datum: 26.02.2019 09:00 – 10:30
Zuletzt geändert: 11.01.2019

Abstract


In der Auseinandersetzung mit der fachlichen wie fachdidaktischen Qualifizierung von Lehrkräften richtet die Professionsforschung ihren Blick in aller Regel auf die etablierten schulischen Domänen mit ihrer traditionellen Aufeinanderfolge von Ausbildung (Phase 1), Vorbereitungsdienst (Phase 2) und Fort- und Weiterbildungsaktivitäten (Phase 3). Weitgehend unberücksichtigt bleiben in diesem Zusammenhang Fragestellungen zur Funktion sowie zu den Gestaltungsanforderungen von Qualifizierungsangeboten in Domänen, deren Institutionalisierung im schulischen Kontext noch nicht abgeschlossen ist – wie der ökonomische Bildung. Sie muss, trotz der Institutionalisierungserfolge in einigen Bundesländern, weiterhin als schulische Innovation beschrieben werden. Insbesondere in den Bundesländern, in denen Kombinationsfächer oder fachübergreifende Lösungsansätze existieren, mangelt es an grundständigen Qualifizierungsstrukturen. Ein Resultat ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil fachfremd unterrichtender Lehrkräfte, die es insbesondere im Kontext von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu qualifizieren gilt.

Während dabei die üblicherweise in der dritten Qualifizierungsphase etablierter Fächer erfolgende Anknüpfung an bereits bestehende Kenntnisse und vorhandene Kompetenzen notgedrungen entfällt, kommt gleichzeitig der konkreten Unterstützung der Unterrichtsgestaltung, die von den Lehrkräften zumeist bereits zu bewältigen ist, eine besondere Bedeutung zu. Zudem leistet aus bildungspolitischer Perspektive die ausreichende Qualifizierung von Lehrkräften einen wesentlichen Beitrag zur Institutionalisierung der Innovation ökonomische Bildung im allgemeinbildenden Schulsystem.

Aspekte von Innovation spielen im Hinblick auf Qualifizierungsmaßnahmen in der ökonomischen Bildung somit an verschiedenen Stellen eine Rolle:

  • Sie haben eine wesentliche Funktion im bildungspolitischen Innovationsprozess an allgemeinbildenden Schulen.
  • Es sind innovative Gestaltungsformen (z. T. abseits traditioneller Formate der Lehrerbildung) zu entwickeln, die die spezifischen Herausforderungen für Lehrkräfte und Verantwortliche berücksichtigen.
  • Innovationen verändern heute das Wirtschaftsgeschehen in gleichermaßen fundamentaler wie rasanter Weise und machen kontinuierliche Anpassungen fachlicher Inhalte in der Qualifizierung notwendig.

Auf der Grundlage von 15 Jahren Erfahrungen in der Konzeption und Organisation eines internetgestützten bundeslandübergreifenden Qualifizierungssystems für die ökonomische Bildung sowie umfassender wissenschaftlicher Begleitstudien sollen im Vortrag insbesondere folgende Fragen behandelt und anschließend diskutiert werden:

  • Welche spezifischen Anforderungen sind an Qualifizierungsangebote der dritten Phase in der ökonomischen Bildung zu stellen?
  • Welche Konsequenzen bezüglich der inhaltlichen, methodischen wie organisatorisch-technischen Strukturierung gehen hiermit einher?
  • Wie sollte insbesondere das Verhältnis von grundlegender fachlicher Qualifizierung und konkreter Unterstützung der unterrichtlichen Realisierung ausgestaltet werden?
  • Welche Hilfestellungen können diesbezüglich innovative internetgestützte Umsetzungsformen leisten, insbesondere auch vor dem Hintergrund sehr heterogener Eingangsvoraussetzungen der Zielgruppen?

Der Vortrag ordnet sich der Arbeitsgruppe „Lehrerbildung“ zu, weist aber auch Berührungspunkte zur Arbeitsgruppe „Bildungsforschung in der Ökonomischen Bildung“ auf.


Schlagwörter


Innovation, Lehrerbildung