Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DEGÖB-Tagung 2019

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Diverse Gründungsmodelle – diverse Gründungspersonen? Vorstellungen junger Menschen von Gründungspersonen.
V. Liszt-Rohlf, B. Halbfas

Gebäude: Seminarraumgebäude 1
Raum: Raum 2.010
Datum: 26.02.2019 10:45 – 12:15
Zuletzt geändert: 11.01.2019

Abstract


Gründungen in Deutschland werden von unterschiedlichen Personen vollzogen: Im Jahr 2016 haben 60% männliche und 40% weibliche Personen ein Unternehmen gegründet. Bei Betrachtung der Altersstruktur von Gründer*innen fällt auf, dass im Jahr 2016 mit 35,7% der größte Anteil zwischen 25 und 34 Jahre alt war. Die Altersgruppe 35 bis 44 Jahre nimmt mit 22,6% den zweitgrößten Anteil ein, gefolgt von den 18- bis 24- Jährigen mit 17,6% und den 45-54-Jährigen mit 17%. Im Jahr 2016 hatten 21% der Personen, die ein Unternehmen gegründet haben, einen Migrationshintergrund (vgl. KfW Bankengruppe 2017: 7-10). Diese Zahlen haben sich seit einigen Jahren nur gering verändert, d.h. der Anteil an Frauen und Migrant*innen erhöht sich kaum und das Alter bei der Gründung stagniert (25-34 Jahre). Hinter dieser Entwicklung stehen unterschiedliche Gründe, die u. a., so vermuten die Autor*innen, auch mit bestimmten Vorstellungen in der Gesellschaft bezüglich Gründungspersonen zusammenhängen. Die Autor*innen gehen davon aus, dass bestehende Leit-, Vor- oder Idealbilder in der Gesellschaft existieren. Diese Vorstellungen werden in unterschiedlichen Lernsituationen intentionell oder implizit aufgegriffen und gefestigt oder aufgebrochen. Bedeutsam dabei ist, dass diese Vorstellungen Gründungen per se hemmen können, weil sie Personengruppen exkludieren: Frauen bspw. fühlen sich bspw. weniger ermutigt oder gefördert, wenn vor allem Männer als Gründungspersonen dargestellt werden (Paradebeispiele: Steve Jobs, Elon R. Musk, Bill Gates). Aus diesem Grund ist die Auseinandersetzung mit den bestehenden Vorstellungen von speziell Jugendlichen als zukünftige mögliche Gründungspersonen und aktive Gestalter*innen der Gesellschaft zu betrachten. Daraus lässt sich folgende Forschungsfrage ableiten: Welche Bilder wählen junge Menschen aus, wenn sie nach ihren Vorstellungen von Gründungspersonen gefragt werden? Zur Beantwortung der Frage wurden von Jugendlichen eingesendete Bilder zu Gründungspersonen mittels einer standardisierten Bildverfahrensmethode analysiert. Die Ergebnisse deuten auf eine Bestätigung des bestehenden stereotypischen Unternehmer*innenbildes hin. Diese Erkenntnis verdeutlicht die Notwendigkeit des Aufbrechens von evtl. eingefahrenen Vorstellungen, welche auch als Aufgabe der Entrepreneurship Education verstanden werden kann.


Schlagwörter


Entrepreneurship Education