Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DEGÖB-Tagung 2019

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Die Modellierung ökonomischer Realität in Unterrichtsexperimenten – Eine Interventionsstudie zum Einfluss ausgewählter Gestaltungsparameter auf den Lernerfolg
D. Loerwald, E. Kruse, M. Allbauer

Gebäude: Seminarraumgebäude 1
Raum: Raum 2.008
Datum: 26.02.2019 09:00 – 10:30
Zuletzt geändert: 11.01.2019

Abstract


Ökonomische Experimente etablieren sich zunehmend als Methode für den Wirtschaftsunterricht an allgemeinbildenden Schulen. Mehrere Studien der letzten Jahre bestätigten die positiven Auswirkungen experimentellen Lernens auf die Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu eher darbietenden oder textorientierten Lernarrangements.

Nur sehr wenige Studien nehmen jedoch die Gestaltungsparameter von Experimenten direkt in den Fokus und vergleichen verschiedene Variationen desselben Experiments hinsichtlich der Lernergebnisse der Schülerinnen und Schüler. Unterstützt beispielsweise ein lebensweltlicher Kontext das Lernen im Experiment besser als ein abstraktes Setting? Sollte – analog zur experimentellen Wirtschaftsforschung -  in Experimenten im Wirtschaftsunterricht Anonymität gewährleistet sein? Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Formen von Anreizen auf das Lernergebnis? Diese und weitere Fragen wurden in der vorliegend skizzierten Studie bearbeitet.

Über die Identifikation relevanter Gestaltungsmerkmale von Experimenten und die Untersuchung ihres Einflusses auf das Lernen im Wirtschaftsunterricht leistet die Studie einen Beitrag für die Entwicklung und den Einsatz experimenteller Lernarrangements. Dabei liegt die Annahme zugrunde, dass sich eine Variation der Gestaltungsmerkmale nicht nur auf die experimentellen Ergebnisse auswirkt, sondern auch auf die Lernwirksamkeit eines Experiments.

In der Studie wurden anhand eines experimentellen Forschungsdesigns drei Experimente im Oldenburger Experimentallabor Ökonomische Bildung (OX-Lab) durchgeführt um hierüber die Bedeutung der drei Gestaltungsmerkmale Anonymität, Kontext und Anreize zu analysieren. Erhoben wurden hierzu neben den experimentellen Ergebnissen auch Entscheidungsbegründungen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Weiter wurden Testitems eingesetzt, welche sich zum einen auf das strukturelle Wissen über die zugrundeliegenden ökonomischen Konzepte der Experimente und zum anderen auf die Fähigkeit zum Transfer der Konzepte auf vergleichbare realweltliche Situationen beziehen. Zudem wurde das motivationale und affektive Empfinden bezogen auf das Experiment erhoben. An der Studie nahmen insgesamt 303 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse Oldenburger Gymnasien teil. Aus den Ergebnissen dieser Studie lassen sich praktische Implikationen für das Design von Experimenten in der ökonomischen Bildung ableiten.


Schlagwörter


Bildungsforschung; Methoden des Wirtschaftsunterrichts