Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DEGÖB-Tagung 2019

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Entrepreneurship Education als wirtschaftsdidaktisches Forschungs- und Handlungsfeld
A. Liening, G. Strunk, J.-M. Geiger, A. Dinh, T. Haarhaus, R. Kriedel, M. Schimanski

Gebäude: Seminarraumgebäude 1
Raum: Raum 2.010
Datum: 26.02.2019 09:00 – 10:30
Zuletzt geändert: 11.01.2019

Abstract


Entrepreneurship Education als wirtschaftsdidaktisches Forschungs- und Handlungsfeld

 

Der starke Zuwachs an entrepreneurialen Bildungsangeboten in den vergangenen Jahrzehnten und die Etablierung einschlägiger Bachelor-, Master und Doktorandenprogramme untermauern die Aktualität von Entrepreneurship Education (Morris & Ligouri 2016), auch hierzulande binden Hochschulen und Schulen zunehmend entsprechende Aktivitäten innerhalb und außerhalb ihrer Curricula ein (Fayolle 2013; Kuratko 2005 Volkmann & Audretsch 2017). Zugrunde liegt dabei die Überzeugung, dass unternehmerisches Denken und Handeln kein Selbstzweck ist, sondern sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Funktionen erfüllt: Einerseits gelten Eigeninitiative und unternehmerischer Geist als Voraussetzung, unterschiedliche Lebenslagen erfolgreich zu gestalten. Andererseits wird Innovativität als wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung marktwirtschaftlicher Gesellschaften angesehen (Kirzner 1998). An die Lehr- und Lernbarkeit entsprechender Denk- und Verhaltensweisen werden auf diese Weise gewaltige Erwartungen geknüpft.

 

Dieser Workshop thematisiert aktuelle, zentrale und teils kontroverse Herausforderungen, denen die Disziplin Entrepreneurship (Education) aktuell begegnet und lädt Teilnehmende dazu ein, aktuelle Forschungsansätze und Praxisprojekte zu diskutieren. Dies umfasst u. a.

 

-       Fachdidaktische Theoriebildung: Mit Blick auf die Gestaltung von Bildungsangeboten in Entrepreneurship besteht eine dringende Forderung in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit lerntheoretischen und didaktischen Überlegungen, die einen zeitgemäßen und domänenspezifischen Zugang zu entrepreneurialen Inhalten ermöglicht (Fayolle 2013; Neck & Greene 2011; Rigg & O'Dwyer 2012). Hier werden unter Rückgriff auf den Schwellenkonzeptansatz entrepreneuriale Konzepte identifiziert und hinsichtlich ihrer Bedeutung für entrepreneuriales Lernen diskutiert.

-       Komplexitätswissenschaftliche Zugänge zu entrepreneurialen Prozessen: Während bisherige Ansätze die Bedeutung von (Knight’scher) Unsicherheit für Entrepreneurship betonen (Sarasvathy 2001), werden hier unter Einbezug komplexitätswissenschaftlicher Überlegungen neue Perspektiven auf ermergentes Verhalten auf individueller Ebene (entrepreneuriales Lernen), Gruppenebene (Genese von Geschäftsmodellen) und Marktebene (entrepreneuriale Ökosysteme) eröffnet.

-       „Dark Side of Entrepreneurship“: Hinter diesem Begriff werden verschiedene Zugänge subsumiert, die teils unerwünschte Voraussetzungen und Konsequenzen von Entrepreneurship beinhalten. Im Fokus stehen im Rahmen des Workshop negativ konnotierte Realphänomene wie unternehmerische Fehler, Krisen und Scheitern und deren Konsequenzen (sozial, ökonomisch, psychisch, physisch (Kollmann et al. 2017; Kuckertz et al. 2015), die vor dem Hintergrund ihres didaktischen Potenzials diskutiert werden.

-       Schulische Implementation: Hier stehen einerseits wirtschaftsdidaktische Facetten unternehmerischen Denkens und Handelns als Kern von Innovation, aber auch innovative Lehr- und Lernkonzepte sowie die Integration innovativer Inhalte in der Ökonomischen Bildung im Fokus – insbesondere auch vor dem Hintergrund eines Schulfachs Wirtschaft an Allgemeinbildenden Schulen. Weiterhin müssen auch Schulen selbst in ihrer Eigenschaft als Organisation über innovative und gestalterische Fähigkeiten verfügen, um vielfältige Herausforderungen mit gegebenen Ressourcen erfolgreich zu bewältigen können.

-       Academic Entrepreneurship: Entrepreneurship an der Hochschule wird vielfältige Potentiale zugesprochen, bspw. als Alternative zu traditionellen Karrierewegen für Studierende und Mitarbeitende, als Bestandteil der ‚Third Mission‘ von Hochschulen und als Standbein der regionalen Wirtschaftsentwicklung. In diesem Kontext wird die Entrepreneurship Education als hochschuldidaktische Gestaltungsaufgabe am Beispiel des Centrums für Entrepreneurship und Transfer der TU Dortmund dargestellt und diskutiert.

 


Schlagwörter


Entrepreneurship Education; Innovation