Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung, DEGÖB-Tagung 2019

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Wie Innovationen entstehen - Entrepreneurship Education als Teil unternehmerischen Ökosystems
T. Bijedic

Gebäude: Seminarraumgebäude 1
Raum: Raum 2.010
Datum: 26.02.2019 14:15 – 15:45
Zuletzt geändert: 11.01.2019

Abstract


Die Innovationsstärke einer Region hängt maßgeblich mit dem Gründungsklima der Region zusammen. Sowohl die Gründungsneigung als auch unternehmerisches Denken und Handeln über den Gründungskontext hinaus werden von internalen Faktoren (z.B. Neigungen, Einstellungen und Eigenschaften), als auch von Umfeldfaktoren (z.B. Sozialisation, Kultur, Vorbilder, sozioökonomische Lage) beeinflusst (vgl. Bosma et al. 2012). Die Entscheidung, unternehmerisch tätig zu werden wird als Ergebnis der Interaktion dieser zahlreichen internalen und Umfeldfaktoren betrachtet.

Im Kontext der Entrepreneurship-Forschung werden förderliche Umfeldfaktoren unternehmerischer Tätigkeit unter anderem unter dem Begriff Unternehmerische Ökosysteme diskutiert. Diese sind lokalräumlich begrenzt und beinhalten ein Netzwerk an Infrastruktur, Stakeholdern und weiteren Akteuren, die in Interaktion zueinander gründungsfördernd wirken (vgl. Hufner, Mossig 2014; Stam 2014). Zur Systematisierung der einzelnen Einflussfaktoren von unternehmerischen Ökosystemen existieren zahlreiche Modelle (vgl.  u.a. Isenberg 2011; Audretsch, Belitski 2017; Kollmann 2016; Stam 2014). Trotz ihres jeweils teils unterschiedlichen Fokus und unterschiedlicher Reichweite, weisen sie große Überschneidungen auf und lassen sich zumeist in drei Dimensionen nach Spigel (2017) zusammenfassen: die materielle, die soziale und die kulturelle Dimension.

Den "harten" Standortfaktoren auf Materieller Ebene steht die soziale Dimension unternehmerischer Ökosysteme gegenüber. Beide werden von der kulturellen Dimension determiniert. Die kulturelle Dimension unternehmerischer Ökosysteme besteht aus regional historisch gewachsenen Einstellungen, Werten und Normen, die auch unternehmerische Tätigkeit determinieren. Diese können auch die individuellen Präferenzen wie Gründungsneigung und Eigenschaften wie Risikobereitschaft mit beeinflussen, ebenso wie individuelle Einstellungen wie das Ansehen von Unternehmertum (vgl. Audretsch, Belitski 2017; Kollmann 2016; Fritsch, Wyrwich 2015). Hier geht es also um eine kollektive Einflussnahme von Individuen in der Region, die direkt oder indirekt auf die Gründungsaktivität. Sie sind nur langfristig veränderbar und möglichst ganzheitlicher und frühzeitiger Förderung.

Um möglichst frühzeitig Einstellungen, Kompetenzen und Eigenschaften reflektiert und in einer systematischen Weise zu beeinflussen, wird Entrepreneurship Education an Schulen diskutiert. Somit kann Entrepreneurship Education als ein systematisch konzipierter gründungsfördernder Umfeldeinfluss betrachtet werden, idealer Weise bestehend aus einem Netzwerk an Akteuren und Infrastruktur, die eine polyvalente, ganzheitliche und langfristige Förderung ermöglichen. Dieser Logik folgend, kann eine Entrepreneurship Education als ein Ökosystem auf materieller, sozialer und insbesondere kultureller Ebene verstanden werden. Im geplanten Beitrag geht es darum, auf konzeptioneller Ebene Entrepreneurship Education an Schulen als Teil unternehmerischer Ökosysteme und deren Beitrag zur Innovationsaktivität zu erörtern. Auf dieser Grundlage werden Implikationen für die didaktische ebenso wie die regionalpolitische Arbeit abgeleitet.

 


Schlagwörter


entrepreneurship education regionale gründungsaktivität innovation